Mit WordPress 6.8 steht das erste große Update des Jahres 2025 in den Startlöchern. Auch wenn es keine bahnbrechenden Änderungen gibt, solltest du dieses Release nicht unterschätzen. Denn WordPress 6.8 ist ein Feinschliff-Release im besten Sinne: Es bringt Hunderte kleinere Verbesserungen mit sich, die zusammengenommen für ein runderes, schnelleres und zugänglicheres System sorgen. Die Entwickler:innen haben unter anderem an der Performance geschraubt, die Passwortsicherheit modernisiert, die Barrierefreiheit deutlich verbessert und zahlreiche Details im Editor optimiert. Wer mit WordPress arbeitet, wird mit Version 6.8 deshalb an vielen Stellen ein besseres Nutzererlebnis vorfinden. Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen. Und genau das machen wir in diesem Beitrag!
Vorweg: WordPress 6.8 erscheint am 15. April.
1. Verbesserungen bei Performance, Barrierefreiheit und Sicherheit
WordPress 6.8 bringt zahlreiche technische Verbesserungen mit, die spürbare Auswirkungen auf Sicherheit, Geschwindigkeit und Zugänglichkeit haben. Einige davon betreffen tiefgreifende Systemfunktionen, andere haben mehr mit verbesserter Nutzerfreundlichkeit zu tun.
Spürbar schnellere Seiten durch Speculative Loading
Mit WordPress 6.8 hält beispielsweise ein spannendes neues Feature Einzug in den Core: Speculative Loading. Was dahintersteckt: Potenziell relevante Unterseiten werden bereits kurz vor einem Klick im Hintergrund geladen. Damit lässt sich deren Ladezeit teils spürbar reduzieren. Möglich wird das durch die Speculation Rules API, die unter anderem Chrome, Edge und Opera unterstützen. Seit über einem Jahr stand diese Funktionalität bereits über ein WordPress-Plugin testweise zur Verfügung. Ein Ergebnis: Seiten mit dem Plugin sahen beim wichtigen Performance-Messwert „Largest Contentful Paint (LCP)“ eine Verbesserung von knapp 2 %. Das Plus erscheint zwar auf den ersten Blick klein. Für eine einzelne Funktion ist es aber beachtlich.
Nun wird diese Funktionalität offiziell zum Bestandteil von WordPress. Standardmäßig kommt dabei eine „konservative Prefetch-Strategie“ zum Einsatz. Das bedeutet beispielsweise: Es wird erst aktiv, wenn Nutzer:innen kurz davor sind, einen Link anzuklicken. Das passiert zwar nur Bruchteile einer Sekunde vor dem tatsächlichen Klick, macht aber bereits den beschriebenen Unterschied aus.
Entwickler:innen können das Verhalten anpassen. Auch über die Block-Einstellungen im Editor lässt sich Speculative Loading gezielt steuern: Mit den CSS-Klassen no-prefetch und no-prerender kannst du einzelne Links vom Vorladen ausschließen. Mehr dazu im offiziellen Post.
Barrierefreiheit: Zahlreiche gezielte Optimierungen
WordPress 6.8 bringt über 100 Verbesserungen im Bereich Barrierefreiheit mit. Konkret sind es mehr als 70 im Block Editor und mehr als 30 im WordPress Core. Damit gehört Accessibility zu den größten Schwerpunkten dieses Releases. Das passt perfekt vor allem für WordPress Seiten in Europa, denn ab Juni 2025 tritt schließlich der European Accessibility Act (EAA) vollständig in Kraft.
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Ein zentraler Punkt in WordPress 6.8 ist der neue Tooltip-Mechanismus, der nicht nur visuell konsistenter ist, sondern auch besser mit Tastaturbedienung und Screenreadern funktioniert. Ebenso hat das Team die Data Views zur Seiten- oder Beitragsverwaltung überarbeitet: Fokuszustände sind nun besser sichtbar, die Navigation per Tastatur läuft zuverlässiger, und die Struktur interaktiver Elemente wurde optimiert.
Daneben haben die WordPress-Entwickler:innen viele Bedienelemente angepasst, um standardisierte und verständliche Screenreader-Labels sowie klar beschriftete Buttons zu bieten. Auch redundante oder missverständliche title-Attribute wurden entfernt. Im Customizer werden Sidebar-Beschreibungen nun direkt unter dem Namen angezeigt und nicht nur als Tooltip. Zudem reagiert WordPress nun besser auf Systemeinstellungen wie „reduzierte Bewegung“.
Auch in den mitgelieferten Standard Themes gibt es gezielte Anpassungen: Skip Links erscheinen nun an besseren Stellen, ARIA-Attribute wurden verbessert und Menüinteraktionen sind klarer strukturiert. Die neue Pseudoklasse :focus-visible wird jetzt in theme.json unterstützt, wodurch Tastaturnutzende besser erkennen, welches Element gerade fokussiert ist.
Das Ziel all dieser Maßnahmen ist klar: WordPress soll für alle Menschen verlässlicher und zugänglicher werden, unabhängig davon, mit welchen Hilfsmitteln sie arbeiten. Siehe dazu unter anderem diesen offiziellen Post.
Passwortsicherheit: bcrypt und BLAKE2b
Das WordPress Team modernisiert darüber hinaus die Standardmechanismen zur Passwortsicherung. Statt der bisher eingesetzten Algorithmen MD5 und Portable PHP Password Hashing (phpass) kommen nun die deutlich sichereren Varianten bcrypt und BLAKE2b zum Einsatz. WordPress prüft dabei automatisch, ob ein vorhandener Hash aktualisiert werden sollte. Sobald sich eine Person einloggt oder das Passwort ändert, wird der neue Standard verwendet. Für Entwickler:innen gibt es neue Funktionen, um Hashes zu überprüfen und zu erstellen..
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2. Verbesserungen der Nutzerfreundlichkeit
Die neue WordPress-Version bringt außerdem Optimierungen mit, die den Alltag für Redakteur:innen, Designer:innen und Website-Betreiber:innen erleichtern. Hier die interessantesten Neuerungen im Überblick:
Style Book jetzt auch für klassische Themes
Das Style Book ist eine zentrale Übersicht aller Designelemente: Farben, Typografie und Blockstile. Du findest es unter Design → Stile. Bisher war es nur für Block Themes verfügbar. In WordPress 6.8 können nun auch klassische Themes davon profitieren. Voraussetzung: Sie nutzen Editor Styles oder eine theme.json-Datei. Mehr dazu in diesem Post.

Beitragsbilder einfacher im Editor festlegen
Mit einem neuen Feature lässt sich nun jeder Bildblock im Kontextmenü als Beitragsbild definieren. Das spart einige Schritte im Bearbeitungsprozess. Löscht du den Bildblock später, bleibt das Beitragsbild ürbigens erhalten.
Mehr Kontrolle über Layouts mit Section Styles
Im Zoom-Out-Modus des Editors lassen sich jetzt per Toolbar verschiedene Section Styles durchprobieren, also direkt im Kontext der gesamten Seite. Über das neue Dropdown-Menü kannst du somit schnell zwischen Varianten wechseln und deren Wirkung im Gesamtbild begutachten.
Verbesserte Bildbearbeitung mit Undo-Link
Bildbearbeitungen wie Zuschneiden, Drehen oder Spiegeln geben im Editor nun eine Bestätigungsmeldung aus. Praktischerweise enthält diese auch eine „Rückgängig“-Option. Denn wir wissen ja alle, wie schnell man sich da verklickt hat …
3. Verbesserungen für Entwickler:innen
WordPress 6.8 bringt eine ganze Reihe technischer Neuerungen, die vor allem für Theme- und Plugin-Entwicklerinnen sowie alle relevant sind. Viele dieser Änderungen verbessern den Entwicklungsworkflow, sorgen für mehr Konsistenz im Block-Editor oder erweitern bestehende APIs.
Query Loop Block: Sticky ignorieren
Der Query Loop Block hat eine neue Option erhalten: ob Sticky Posts berücksichtigt werden sollen oder nicht. Diese kleine Einstellung macht einen großen Unterschied: Sie erlaubt feinere Kontrolle über dynamisch generierte Beitragslisten, z. B. auf Archivseiten oder im Blog-Überblick.
Neuer Block: Query Total
Ein praktischer Neuzugang im Block-Werkzeugkasten ist der Query Total Block. Er zeigt an, wie viele Beiträge in einem bestimmten Query Loop gefunden wurden, etwa bei Archiv- oder Suchseiten. Eine hilfreiche Info für Nutzer:innen.
Neue Funktion: mehrere Blöcke gleichzeitig registrieren
Mit der neuen Funktion wp_register_block_types_from_metadata_collection() lassen sich mehrere Blöcke gleichzeitig registrieren, wenn sie Block-Metadaten enthalten. Mehr dazu in diesem Post.
Interactivity API: Neue Best Practices
Wer die Interactivity API einsetzt, sollte sich die aktualisierten Best Practices genauer ansehen. Das Team bereitet hier größere Änderungen in einem Zwischenschritt vor, die künftig die Performance verbessern sollen. In bestimmten Einsatzszenarien wird nun etwa die neue Funktion withSyncEvent() zur Pflicht. Fehlt sie, gibt es vorerst nur eine Warnung.
Custom Post Types und oEmbed
Auch bei klassischen Funktionen gibt es Verbesserungen. So lässt sich nun beim Aufruf von register_post_type() über das Argument is_embeddable festlegen, ob ein Post Type in oEmbed-Vorschauen eingebettet werden kann. Zudem wurden bestehende Filterpunkte klarer dokumentiert und neue hinzugefügt.
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4. Viele kleine Neuerungen auf einen Blick
Darüber hinaus bringt das neue WordPress eine Reihe kleiner Detailänderungen mit sich. Hier eine Auswahl:
Benutzeroberfläche & Usability
- Der „Text“-Tab im klassischen Editor heißt jetzt klarer „Code“.
- Aus den beiden Editor-Optionen „Edit“ und „Select“ wird nun „Write“ und „Design“. Das macht verständlicher, wozu sie gedacht sind.
- Emoji 15.1 wird nun auch dann korrekt dargestellt, wenn das genutzte Betriebssystem sie (noch) nicht unterstützt.
- Schriftvorschau im Editor: Im Dropdown-Menü zur Schriftwahl wird nun eine Live-Vorschau angezeigt. So sehen Nutzer:innen sofort, wie die jeweilige Schrift aussieht, bevor sie sie auswählen.
- Erleichtertes Homepage- und Beitragsseiten-Setzen: Über das Kontextmenü in der Seitenübersicht lassen sich nun Start- und Beitragsseite direkt zuweisen, also ohne Umweg über die Einstellungen.


Sicherheit & Datenschutz
- WordPress prüft bei der Installation oder beim Upgrade nun aktiv, ob die erforderliche PHP-Hash-Erweiterung vorhanden ist.
- Die readme.html-Datei im WordPress-Verzeichnis ist nun mit noindex, nofollow versehen und wird von Suchmaschinen ignoriert.
Entwicklerfreundliches Feintuning
- Der neue Filter rest_menu_read_access gibt Entwickler:innen mehr Kontrolle darüber, welche Navigationsdaten über die REST-API öffentlich zugänglich sind.
- Shortcodes für Video und Audio erzeugen jetzt valides HTML: Boolean-Attribute wie loop oder muted erscheinen korrekt ohne Wert.
- Die body_class()-Funktion fügt neue Klassen hinzu, z. B. für das aktive Theme (wp-theme-xyz) oder bei Child-Themes (wp-child-theme-xyz).
Ausblick: Nach WordPress 6.8 kommt WordPress 6.9
Das ist längst nicht alles – WordPress steht vor spannenden Entwicklungen! So wissen wir bereits, dass auf dem Fahrplan die Themen „Collaboration“ und „Internationalization“ stehen. Das sind zwei große Brocken, die WordPress stark voranbringen werden. Es sind allerdings auch Vorhaben, die mehr Entwicklungszeit benötigen. Dass das Team daran aktiv arbeitet, sieht man etwa an der neuen, experimentellen Kommentarfunktion fürs Backend: Darüber können sich Kolleg:innen über einen Beitragsentwurf austauschen. Das ist eine zentrales Feature für eine bessere Zusammenarbeit. Und auch das Thema Mehrsprachigkeit hat diverse Verbesserungen erfahren. Wir werden erleben, welche Schritte die nächste Hauptversion unternimmt. Die Beta-Phase für WordPress 6.9 startet Ende Juni.
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