Mit einem Kontaktformular bietest du deinen Kund:innen eine einfache Möglichkeit an, mit dir in Kontakt zu treten. Doch die Plugins können oft noch viel mehr. In diesem Beitrag haben wir für dich die fünf beliebtesten Kontaktformular Plugins für WordPress und WooCommerce getestet.
Egal ob Unternehmensseite, Onlineshop oder Hobbyblog: Wer eine WordPress Seite betreibt, möchte mit seiner Botschaft in der Regel gesehen werden – und mit seiner Zielgruppe in Kontakt kommen. Dafür bietet WordPress von Haus aus bereits die Kommentarfunktion an, mit der öffentliche Diskussionen geführt werden können. Doch was, wenn ein Kunde eine nicht-öffentliche Frage stellen möchte oder eine anderweitige Anfrage hat?
Natürlich gehört es zum Standard, auf seinen Seiten Kontaktmöglichkeiten zu verlinken: Seien es E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder Social-Media-Profile. Mindestens im Impressum muss man ohnehin bestimmte Pflichtangaben zum Anbieter machen. Eine andere Möglichkeit sind Kontaktformulare, die gleich mehrere Vorteile für dich aber auch für deine Besucher:innen haben.
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Vorteile von Kontaktformularen für deine Website
Zum einen nimmst deinen Leser:innen die Hürde ab, direkt mit dir in Kontakt treten zu müssen. Nicht alle fühlen sich wohl damit, dich anzurufen oder dir eine E-Mail zu senden. Mit einem Kontaktformular schaltest du einen „neutralen Ort“ zwischen, der weniger abschreckend auf diesen Teil deiner Zielgruppe wirkt.
Zum anderen kannst du durch eine smarte Nutzung der Kontaktformulare direkt bei der ersten Kontaktaufnahme alles abfragen, was du benötigst, um deinen Besucher:innen bestmöglich weiterhelfen zu können. Du kannst zum Beispiel nach einer Bestellnummer fragen oder über ein Auswahlfeld direkt die passende Abteilung auswählen lassen.
Und schließlich: Mit Kontaktformularen lassen sich selbst komplexe Prozesse abbilden. Das können zum Beispiel Bestell- oder Buchungsvorgänge sein oder eine Zahlungsabwicklung. Das bedarf einiger Einstellungen und Erweiterungen, ist durch die Flexibilität zahlreicher WordPress Plugins aber ohne teure Entwicklungsarbeit zu leisten.
Welches WordPress Plugin soll ich nehmen?
Es ist generell alles andere als einfach, um bei der Vielzahl an WordPress Plugins die richtige Wahl zu treffen. Lies dir hierzu unsere Anleitung 13 Tipps für das richtige Plugin von Torsten Landsiedel durch.
Jetzt wo wir wissen, dass Kontaktformulare viele Vorteile haben und für deine Seite ein großer Gewinn sein können, stellt sich die nächste Frage: Welches Kontaktformular Plugin solltest du für deine Website nutzen? Die Suche nach „Contact Form“ im WordPress Pluginverzeichnis wirft knapp 1.000 Ergebnisse aus. Nicht alle davon sind auch wirklich Kontaktformulare, die Auswahl ist dennoch riesig.
Wir konzentrieren uns in diesem Beitrag auf die fünf beliebtesten Plugins im Vergleich: Contact Form 7, WPForms, Ninja Forms, Gravity Forms und Jetpack Forms. Diese haben teils mehrere Millionen aktive Installationen und tausende Bewertungen. Du hast einen weiteren Tipp? Nennen ihn gerne in den Kommentaren zu diesem Beitrag.
Contact Form 7: Die Standardlösung
Contact Form 7 (CF7) ist die Standardlösung unter den Kontaktformularen und mit über fünf Millionen aktiven Installationen das meistgenutzte Plugin. Das vom Japaner Takayuki Miyoshi entwickelte Plugin bildet die wichtigsten Funktionen für Kontaktformulare ab:
Es kann Text, E-Mail-Adressen, URLs, Telefonnummern, Zahlen und Daten abfragen, bietet die Möglichkeit zu Auswahlfeldern per Dropdown-Menüs, Checkboxen und sogenannten Radiobuttons. Ebenso kannst du damit Bestätigungsfelder einbauen, zum Beispiel für die Bestätigung der Datenschutzbedingungen oder deiner AGB.

Contact Form 7 unterstützt dabei nicht nur eine E-Mail, die an dich als Websitebetreiber:in versendet wird, sondern auch noch eine zweite, optionale E-Mail-Adresse. Damit kannst du deinen Besucher:innen beispielsweise eine Bestätigungsmail zusenden, sobald sie das Formular abgeschickt haben.
Der große Pluspunkt von Contact Form 7 sind die zahlreichen Erweiterungen, die du im Pluginverzeichnis findest. Damit lassen sich Redirects, Datenbanken, Zahlungsabwicklungen, Captchas, Dateiuploads und unzählige weitere Funktionen umsetzen. Tipp: Suche dafür im Pluginverzeichnis von WordPress.org nach „Contact Form 7“, dort findest du viele Erweiterungen.
Die wichtigsten Erweiterungen für Contact Form 7
In einem Folgebeitrag stellen wir die wichtigsten Add-ons für Contact Form 7 vor. Unter anderem zu Bedingungen im Kontaktformular, mehrfachen Datei-Uploads, einer zusätzlichen Datenbank oder mehrseitigen Kontaktformularen.
WPForms: Das Freemium-Plugin
Knapp hinter Contact Form 7 liegt WPForms lite („Contact Form by WPForms“) mit über vier Millionen aktiven Installationen. Zu beachten ist hier allerdings, dass das WPForms Plugin nur eine Lite-Version ist. Wer mehr als die Basisfunktionen benötigt, muss zwangsläufig auf die bezahlten Versionen upgraden. Hierfür gibt es bei WPForms vier Pläne für 40, 100, 200 und 300 US-Dollar pro Jahr.
Positiv fällt bei WPForms der Drag-and-Drop-Builder auf, mit dem du dein Kontaktformular erstellen kannst. Das funktioniert bei den Basics sehr gut: Namen, E-Mail-Adressen, Textfelder sind kein Problem. Negativ fällt dann aber leider schnell auf, dass selbst für Felder wie Telefonnummern, Dateiuploads, URLs oder Adressen bereits die Pro-Versionen benötigt werden.

Die werden übrigens auch für komplexere Formulare mit Zahlungsvorgängen (ab 200 US-Dollar pro Jahr) und für Marketingfunktionen wie eine Newsletter-Integration in das Kontaktformular (ab 100 US-Dollar pro Jahr) benötigt.
WPForms hat folglich zwei Zielgruppen: Seitenbetreiber:innen mit minimalen Anforderungen an das Kontaktformular können die kostenlose Version nutzen. Und solche, die wirklich das volle Spektrum der Möglichkeiten abdecken möchten, wählen die Pro-Pläne ab 40 US-Dollar pro Jahr. Das kann sich lohnen, wenn man eine größere Seite betreibt und komplexe Vorgänge abbilden muss.
Ninja Forms: Das günstigere Freemium-Plugin
Ninja Forms bietet genau wie WPForms ein Freemium-Modell an, ist allerdings etwas günstiger. Mit der kostenlosen Variante kannst du ebenfalls die Basics in deine Kontaktformulare einbauen und diese per Drag-and-Drop im Baukasten zusammenstellen. Für mehr benötigst du dann einen der drei Bezahlpläne für 50, 100 und 250 US-Dollar pro Jahr.
Positiv fällt bei Ninja Forms auf, dass du bereits ab 50 US-Dollar pro Jahr eine Zahlungsabwicklung über PayPal Express einbauen kannst. Für die Dienste Stripe und Recurly benötigst du den 100 US-Dollar-Plan, der aber immer noch 50 Prozent günstiger ist im Vergleich zu WPForms.

Zudem sind die Marketingfunktionen (etwa Integration von Mailchimp oder anderen Newsletter-Tools) ebenfalls bereits im kleinen Bezahlplan ab 50 US-Dollar inklusive.
Tipp: Ninja Forms individuell zusammenstellen
Wenn du nur genau die Funktionen auswählen möchtest, die du für deine Seite benötigst, kannst du auch die „À la Carte“-Option ab 29 US-Dollar wählen. Damit kannst du dir das WordPress Plugin so zusammenstellen, wie es für dich passt.
Gravity Forms: Die Pro-Variante
Gravity Forms bietet keine kostenlose Variante seines Plugins an, lediglich einen Demo Account beziehungsweise eine „Geld zurück-Garantie“. Die Erweiterung eignet sich daher wirklich nur für all jene, die fortgeschrittene Kontaktformulare benötigen.
Preislich liegt Gravity Forms zwischen Ninja Forms und WPForms – es kostet 59, 159 oder 259 US-Dollar pro Jahr. Die verschiedenen Pakete unterscheiden sich bei Gravity Forms weniger in den Funktionalitäten, sondern eher in der Anzahl der Websites, auf denen du das Plugin mit einer Lizenz nutzen darfst. Es gibt aber auch besondere Integrationen, die nicht in jedem Paket vorhanden sind.
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Um herauszufinden, welches Preismodell du benötigst, kannst du auf einer Übersichtsseite von Gravity Forms nachsehen, in welchem Modell deine Wunschintegrationen verfügbar sind. Im Basispaket für 59 US-Dollar findest du bereits die wichtigsten Marketingtools, für Zahlungsabwicklungen benötigst du mindestens das mittlere Paket für 159 US-Dollar.
Jetpack Forms: Der Außenseiter
Jetpack Forms sind trotz der großen Verbreitung des Jetpack Plugins relativ unbekannt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Jetpack sich alle Mühe gibt, die Einstellungen dafür möglichst wenig intuitiv zu platzieren. Zudem genießt Jetpack bei vielen WordPress Entwickler:innen den Ruf, überladen zu sein – und damit für unnötigen Ballast in deiner Installation zu sorgen.

Einmal aktiviert lassen sich mit Jetpack Forms aber einfache Kontaktformulare erstellen und in Beiträge oder Seiten einfügen. Die Einsendungen kannst du dir per E-Mail zusenden lassen und im Backend unter „Feedback“ abrufen.
Viel mehr lässt sich mit den Jetpack Forms nicht machen. Sie sind eher eine einfache Lösung für alle, die Jetpack ohnehin aktiviert haben und sich ein weiteres Plugin sparen möchten.
Wichtig: DSGVO beachten
Natürlich ist bei Kontaktformularen wichtig, dass du die aktuellen Regeln der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) beachtest, da deine Nutzer:innen hier in der Regel ihre Kontaktdaten hinterlassen. Alle fünf Plugins bieten Möglichkeiten an, auf die Datenschutzerklärung hinzuweisen – oder sie nur nach einer Bestätigung dieser das Formular absenden zu lassen.
Diese Optionen sind aber nicht immer standardmäßig aktiviert. Du solltest also genau prüfen, welche Einstellungen bei deinem Kontaktformular Plugin aktiviert sind. Generell solltest du dir hierbei den Rat einer Fachkanzlei für Onlinerecht einholen. Denn die DSGVO hält einige Fallstricke bereit, die in einer teuren Abmahnung enden können.
Fazit: Welches Kontaktformular Plugin ist das beste?
Die fünf in diesem Artikel vorgestellten Kontaktformular Plugins für WordPress und WooCommerce sind sich relativ ähnlich, wenn es um die Basisfunktionen geht. Einzig WPForms fällt hier durch fehlende Eingabefelder negativ auf, zudem Gravity Forms wegen der fehlenden kostenlosen Version. Alle anderen bieten die wichtigsten Funktionen an, lassen sich an die DSGVO anpassen und können E-Mail-Benachrichtigungen an dich verschicken, wenn das Formular ausgefüllt wird.
Große Unterschiede gibt es dann bei den fortgeschrittenen Anforderungen. Hier fällt Jetpack Forms raus und auch Contact Form 7 nehmen wir hier aus, auch wenn vieles über Erweiterungen nachrüstbar ist. Die Erweiterungen stammen nicht vom Plugin Entwicklerteam selbst und schwanken daher in der Qualität.
WPForms, Ninja Forms und Gravity Forms bieten die Pro-Funktionen an, die man von Plugins aufwärts der 50 US-Dollar pro Jahr erwartet: Integrationen von Newsletter- und CRM-Tools und verschiedenen Zahlungsdienstleistern, mehrseitige Kontaktformulare, Spamschutz, Drag-and-Drop-Editoren und vorgefertigte Templates, die du nur noch anpassen musst.
Daraus ergeben sich folgende Empfehlungen: Nutzer:innen, die kostenlose Kontaktformulare brauchen, die die Basisfunktionen abdecken sollen, sind bei Contact Form 7 gut aufgehoben. Wenn sie doch mehr brauchen sollten, dann kann sich ein Prüfen der Contact Form 7-Erweiterungen im Pluginverzeichnis lohnen. Wer das Maximum aus seinem Kontaktformular herausholen möchte, kommt um eine bezahlte Version von WPForms, Ninja Forms oder Gravity Forms nicht herum. Wobei die beiden letztgenannten Plugins preislich attraktiver sind.
Deine Fragen und Empfehlungen zu Kontaktformular Plugins
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